Auf den Spuren der Antike

Viele Touristen sehen von der Türkei nie mehr als den Strand und meistens noch irgendeinen innerstädtischen Basar. Dabei hat das Land eine erstaunliche Fülle an geschichtsträchtigen Plätzen und Bauwerken zu bieten. Klar ist es legitim, sich einfach ein paar Tage am Strand zu erholen, doch wer darüber hinaus etwas Besonderes sehen will und sich vielleicht sogar ein wenig weiterbilden möchte, der kann in der Türkei, dem Land in dem gleich zwei der antiken Weltwunder standen, auf Entdeckungsreise gehen.

Archaisches Urlaubsparadies

Die 5 Sterne Hotels in Antalya locken mit All-Inclusive-Angeboten und den langen, feinen Sandstränden, die der Region auch den Namen „Türkische Riviera“ eingebracht haben. Wer sich einfach nur entspannen möchte und von einem Türkei-Urlaub nicht mehr erwartet, der darf ruhig in seinem Mikrokosmos zwischen Hotelbuffet und Liegestuhl verweilen, aber solchen Urlaubern entgeht die lebendige Geschichte einer Stadt, die bereits 158 v. Chr. gegründet wurde und mehreren Überlieferungen zufolge im ersten Jahrhundert nach Christus, vermutlich um das Jahr 48 n. Chr. herum, vom biblischen Apostel Paulus besucht wurde. Durch das Hadrianstor an der Atatürk Caddesi kann die Stadt durch einen Torbogen betreten werden, der fast zweitausend Jahre alt ist und deutliche Ähnlichkeit mit einem römischen Triumphbogen hat. Auch die Arapsu-Brücke deutet auf die römische Antike hin und ist trotz ihrer unscheinbaren Anmutung ein besonders interessantes Bauwerk, da sie von Historikern immer wieder mit der antiken Stadt Obia in Verbindung gebracht wird.

Ein geheimnisvoller Berg

Wer weiter in den Nordwesten der Türkei vordringt, kann den Nemrut Da, der im Deutschen auch manchmal „Berg Nimrod“ genannt wird, besichtigen. Das Besondere an diesem Berg und dem dazugehörigen Naturpark ist seine geschichtliche Bedeutung und das Geheimnis, das vielleicht noch immer unter ihm verborgen liegt. Auf dem Gipfel befindet sich ein Arrangement aus Heiligtümern und einer Grabstätte. Diese von König Antiochos I. Theos errichtete, über zweitausend Jahre alte Kultstätte wurde erst 1881 von einem deutschen Ingenieur wiederentdeckt und wurde seitdem von unzähligen Archäologen und Historikern besucht. 1987 wurde sie als Weltkulturerbe in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Besondere Merkmale sind die großen Steinstatuen auf der Westterrasse (deren Köpfe mittlerweile allerdings auf dem Boden verstreut liegen) und das Löwenhoroskop, welches als das älteste bekannte Horoskop der Welt gilt. Was den Berg aber so geheimnisvoll macht, ist die Tatsache, dass man im Inneren des Gipfels eine große Grabkammer vermutet, doch bisher ist es keinem gelungen, sie zu finden.

Geschichtsinteressierten Urlaubern sei hiermit also empfohlen, die Annehmlichkeiten der 5 Sterne Hotels in Antalya zumindest für einen Zweitagesausflug zu verlassen, um auf den Spuren der Antike zu wandeln.

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